Der Luftsportverein sagt Danke

Das Flugplatzfest 2017 auf dem Degerfeld ist Geschichte. Aus Sicht des LSV Degerfeld war es eine rundum gelungene Veranstaltung und eins der attraktivsten Flugplatzfeste in der Geschichte des Vereins überhaupt. Viele Besucher haben uns begeistert geschildert, dass sie ein schönes und erlebnisreiches Wochenende auf unserem Degerfeld verbracht haben. Das freut uns sehr, denn das ist eines unserer Hauptanliegen: Das Flugplatzfest ist ein Familienfest, um Gästen und potenziellen neuen Mitgliedern einen Einblick in unser Hobby zu geben.

 Es bleibt uns, ein dickes „Dankeschön“ zu sagen:

- den Tausenden von Besuchern, vor allem unserem treuen Stammpublikum, das teils weite Wege aus anderen Bundesländern in Kauf nimmt, um bei uns dabei zu sein

- allen Akteuren des Programms, die einen faszinierenden Einblick in unsere Leidenschaft geboten haben, allen voran den „Royal Jordanian Falcons“ für ihre perfekte Show. Mit ihrer offenen und freundlichen Art sind sie wirklich professionelle und gleichermaßen sympathische  Botschafter ihres Landes!

- allen Mitgliedern und Freunden des LSV Degerfeld sowie unseren Partner-Vereinen in Albstadt, ohne die alles nicht möglich wäre; sie haben oft hinter den Kulissen wieder einen Klasse-Job abgeliefert, wie die Küchenmannschaft, die Berge von Kartoffeln für den K-Salat geschnippelt hat. Es wurden Tausende ehrenamtlich geleistete Stunden Arbeit erbracht, teils schon seit Monaten im Vorfeld. Sämtliche Vereinsmitglieder und oft auch ihre Partner und Familien sind hier im Einsatz

- unseren zahlreichen Förderern und Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft und Spendern für die Tombola

- den Regionalmedien wie Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen sowie die Fachmagazine für ihre umfangreiche Berichterstattung auf Regional-, Landes- und Bundesebene

- den Hunderten von Oldtimerfahrern, die ihre traumhaften Fahrzeuge ausgestellt haben, und dem Porscheclub für den klassischen Porsche 911er für ihre Charity-Aktion zugunsten kranker Kinder

- den Institutionen, die uns unterstützen und beraten, darunter das Regierungspräsidium Tübingen, die Stadt Albstadt, die Polizei, das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr Albstadt

- Falcons-Tourmanager Uwe Ramerth für seine Unterstützung sowie allen Partnern wie dem Team der Burg Hohenzollern, die den "Falcons" erlebnisreiche Tage in unserer Region ermöglicht haben

- und last but not least: unserem Hauptorganisator und Vize-Vorsitzenden Sigmar „Siggi“ Engelfried, für den es das letzte Flugplatzfest in seiner Regie war. Danke für die tolle Arbeit in den vergangenen Jahren.

Wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr wieder! (25.+26.08.2018)

Das Organisationsteam

Jordanische Falken werfen Blick vom Fahnenturm der Zollerburg

Sie sind den Blick von oben auf die Welt von berufs wegen gewohnt, aber das war auch noch mal was besonderes: Einen Blick vom Fahnenturm der Burg Hohenzollern warfen am Mittwoch die Piloten der Kunstflugstaffel „Royal Jordanian Falcons“ sowie ihr Management und die Mechaniker. Die offizielle Staffel der jordanischen Luftwaffe und des Königshauses von Jordanien gastiert am Samstag und Sonntag, 26. und 27. August, als Top-Act beim Flugplatzfest des Luftsportvereins Degerfeld. Sie sind fliegende Botschafter ihres Landes, die internationalen Auftritte sollen dem Frieden und der Völkerverständigung dienen. Bis zum Auftritt zeigen ihnen die Mitglieder des LSV Degerfeld die Schwäbische Alb. Die Mannschaft der Burg bot ihnen eine Exklusivführung in englischer Sprache an und tischte Kaffee und Kuchen sowie ein Preußens-Freibier im Burggarten auf. Übrigens: Am Freitag schauen sich die „Falcons“ die Burg noch mal von oben an, aber von ihrem gewohnten Arbeitsplatz aus: Dann starten sie einen Promo-Flug über den Zoller. Das Bild zeigt die „Falcons“ mit dem Hauptorganisator des Flugplatzfests, Sigmar Engelfried (links) und Volker Wissmann vom LSV Degerfeld (rechts). Foto: Beck


Interview mit einem Ju 52 Piloten

Reiseflair der 1930er-Jahre: Eine legendäre Junkers Ju 52 kommt zum Flugplatzfest auf am Samstag und Sonntag, 25. und 26. August, auf das Degerfeld. Weit mehr als die Hälfte der Rundflugplätze in der „Tante Ju“ sind bereits ausgebucht. Die Maschine hat eine besondere Geschichte. Wir sprachen mit dem Piloten, der die Rarität in Albstadt fliegen darf: der Schweizer Airline-Kapitän Martin Müller (64). 

 

Herr Müller, was macht den Reiz der Ju 52 aus?

Luft für die Hydraulik, Benzin und etwas Elektrik: Das ist alles, was man für die Ju braucht. Klar, zur Unterstützung ist mittlerweile moderne Avionik an Bord. Aber es ist die Einfachheit des Fliegens, die die Ju ausmacht. Sie wird nicht, wie moderne Maschinen, über den Bordrechner geflogen, sondern im Sichtflug und rein von Hand. Die Maschine ist mittlerweile 78 Jahre alt, aber in einem Tip-Top-Zustand. Die Konstrukteure wussten damals auch schon, wie man ein Flugzeug baut. Die Technik begeistert mich: Hugo Junkers hat herausgefunden, dass die Wellblech-Außenhaut nicht nur mehr Stabilität bringt, sondern auch mehr Oberfläche und damit mehr Auftrieb. Würde man den Flügel praktisch auseinanderziehen, wäre die Tragfläche fast doppelt so lang. Damit kann sie auch auf kleinen Plätzen landen. Einfach großartig. 

 

Wie fliegt sich die Maschine eigentlich?

Sie hat eine Riesen-Spannweite und einen kurzen Rumpf. Sie fliegt sich fast wie ein Motorsegler. In der Luft ist die Ju einfach zu fliegen. Problematischer sind Start und Landung, wegen des Fahrwerks mit Spornrad am Heck. Man muss sie am Boden ganz exakt fliegen, alles muss stimmen, der Winkel, die Geschwindigkeit beim Anflug und der Aufsetzpunkt, gerade auf kurzen Plätzen wie dem Degerfeld. 

 

Was unterscheidet die Ju von heutigen Passagierflugzeugen?

Mit 30 Metern Spannweite ist sie fast so groß wie ein Airbus A320. Aber sie befördert nur 17 statt 200 Passagiere, und alle haben einen Fensterplatz. Die Ju fliegt langsam und tief, in 300 bis 600 Metern Höhe. Man kann so viel sehen, jeden Spaziergänger, alles klar und deutlich. Man darf sogar das Handy im Flug benutzen. Außer den Motoren hört man natürlich nicht viel, aber SMS geht!

 

Welche Maschine schickt Ihr auf das Degerfeld?

Die Maschine mit der Kennung HB-HOS. Mit ihr wurde schon der Versuch einer Weltumrundung unternommen. Das hätte auch geklappt. Wir kamen bis nach Nordjapan. Aber es gab keine Freigabe für den Durchflug des russischen Luftraums. Also drehten wir um. Das Risiko war zu groß, dass die Maschine beschlagnahmt und für Jahre dort festgesetzt werden könnte. 

 

Welchen Werdegang hat die Maschine?

Der ist sehr interessant. Sie ist Baujahr 1939. Das Schweizer Militär hatte sie im Frühjahr bestellt. Als sie im Herbst ausgeliefert werden sollte, war der Krieg bereits ausgebrochen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde sie und die beiden anderen Maschinen von Dessau bei Berlin in die Schweiz geflogen. Da hat der Hitler nichts davon gewusst (lacht). Von da an war sie bis 1982 in Dienst, in verschiedenen Aufgaben, etwa als Transportmaschine oder zu medizinischen Zwecken. Nach der Ausmusterung sollten die Ju’s ins Museum. Aber wir haben einen Verein gegründet, damit die Maschinen weiter fliegen. Innerhalb von drei Jahren hatten wir genug Spenden gesammelt, um sie umzurüsten und eine zivile Zulassung zu bekommen. Seither fliegen sie zu Rundflügen, oft in Deutschland. Sie sind übrigens zu 99 Prozent ausgelastet. 

 

Fliegt sie noch mit den drei originalen BMW-Triebwerken?

Ja. Das sind noch die alten Triebwerke. Alle 1500 Flugstunden, also etwa alle sieben Jahre, wird jeder einzelne Motor in seine rund 4500 Einzelteile zerlegt und gewartet. Danach sind sie praktisch neu. Die Triebwerke sind übrigens Sternmotoren mit neun Zylindern mit je drei Litern Hubraum pro Zylinder. Jeder Motor leistet 660 PS bei 2000 Umdrehungen pro Minute. 

 

Wie groß ist der Aufwand, einen solchen Oldtimer flugfähig zu halten?

Riesig. Das geht nur, weil alle ehrenamtlich mitarbeiten. Nur die Instandhaltung wird bezahlt, alle anderen arbeiten umsonst. Inklusive Führungen erbringt der Verein rund 15.000 Arbeitsstunden pro Jahr. 

 

Die Technik ist aus den 1930er-Jahren. Wie groß ist Ihr Vertrauen in das Flugzeug?

100 Prozent. Sonst würde ich nicht einsteigen. Die Maschinen sind tip-top gewartet, nach den selben Standards wie ein moderner Airliner. Aber die Ju 52 ist auch einfach ein gutes Flugzeug. Insgesamt rund 5500 Exemplare wurden gebaut, Unfälle gab es nur sehr wenige. Das spricht für die Technik des Flugzeugs. 

 

 

Was muss ein Pilot mitbringen, um sie fliegen zu können?

Eine große Flugerfahrung, und Erfahrung mit Spornradflugzeugen. Das sind die Grundvoraussetzungen. Es sind meist ehemalige Militär- oder Airline-Piloten, also Berufsflieger. Außerdem müssen sie menschlich in unsere Gruppe passen. Sie sind handverlesen. 

 

Was verbindet Sie persönlich mit der Ju und was ist Ihre Motivation, sich ehrenamtlich einzubringen in den Verein?

Die Begeisterung für ein altes Flugzeug und die Leidenschaft für dessen Erhalt. Die Nostalgie. 

 

Auf welche Flugroute dürfen sich die Passagiere des Flugplatzfests in Albstadt freuen?

Die passen wir dem Wetter an und den Wünschen der Passagiere. Sehenswürdigkeiten wie die Burg Hohenzollern oder Schloss Sigmaringen sollten dabei sein. 40 Minuten dauert ein Rundflug, da kommt man mit der Ju mindestens 120 Kilometer weit. Es gibt also viel zu sehen. 

Info:

Der Pilot: Martin Müller ist 64 Jahre alt uns Flugkapitän, seit seiner Pensionierung weiterhin als Freelancer. Er flog früher beim Schweizer Militär Jets und bei Airlines Airbus A320 und A330. Er hat insgesamt 25.000 Flugstunden Erfahrung, davon 2000 Flugstunden und 1200 Starts und Landungen auf der Ju 52. Er ist Fluglehrer auf Airbus und der Ju 52. Beim Verein zum Erhalt der Ju 52 ist er von Anfang an dabei. 

Ju-Air: Seit 1983 ermöglicht Ihnen Ju-Air, beheimatet im Air-Force-Center in Dübendorf bei Zürich, einmalige Flugerlebnisse an Bord der drei Junkers Ju-52-Oldtimer-Flugzeugen, sei es bei einem Rund- oder Charterflug oder anlässlich von Erlebnisreisen. Es handelt sich um einen Verein mit ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitgliedern. Zuvor hatten sie eine Initiative mit dem Titel „Flieg weiter, Ju 52“ gestartet mit dem Ziel, die ausgemusterten Maschinen flugfähig zu erhalten und sie als fliegende Denkmale der Bevölkerung zugänglich zu machen. Seither wurden tausende Passagiere in den Maschinen befördert. Weitere Informationen: www.ju-air.ch.

 

Rundflüge: Der LSV Degerfeld bietet Rundflüge in der Ju 52 an. Jeweils vier Flüge am Samstag und Sonntag sind möglich, mehr als die Hälfte bereits gebucht. Anmeldung ist möglich per Internet unter www.flugplatzfest.lsv-degerfeld.de oder Telefon 07432/2 20 31 61.

Hier noch ein kleiner Vorgeschmack https://youtu.be/MG-emoJO9DQ 

Porsche-Nostalgie auf dem Degerfeld

Ausstellung in der Ausstellung: Der Porscheclub für den klassischen Porsche 911 Südwest gastiert am Samstag und Sonntag, 26. und 27. August, wieder auf dem Flugplatz Degerfeld.

Die Freunde der Sportwagen aus der Stuttgarter Traditionsschmiede rufen ihre Mitglieder auf nach Albstadt. „Die tolle Resonanz der vorigen Jahre hat uns angespornt, wieder im großen Stil dort einzulaufen“, so der Vorstand Carsten Prochaska. Ramón Alexander Binder, beim Luftsportverein (LSV) Organisator des Porsche-Treffens, rechnet erneut mit zahlreichen Teilnehmern aus Baden-Württemberg. Innerhalb der Oldtimer-Fahrzeugshow mit Rundfahrt über die Alb, zu der mehrere hundert historische Automobile und Motorräder auf dem Flugplatz erwartet werden, gibt es einen eigenen Ausstellungsbereich für die Porsche-Fahrer. Zu sehen sind Modelle von 1965 bis Baujahr 1995 der Reihe 911 allesamt mit luftgekühlten Motoren. Intern auch F- und G-Modell genammt.

 Der Club wurde 2011 gegründet, hat nach eigenen Angaben rund 305 Mitgliedern und gilt als der größte seiner Art im Dachverband der deutschen Porsche-Clubs.
Die Mitglieder möchten dieses Mal die Möglichkeit bieten, im Rahmen einer Charity-Aktion einmal in einem alten Porsche mitzufahren.  Mit Hilfe einer Spende an den
Verein "Hilfe für kranke Kinder – Eine Stiftung in der Uni-Kinderklinik Tübingen" wird über ein Losverfahren ein Platz in einem klassischen Porsche 911 vergeben. 

 Die Sportwagen-Fahrer freuen sich auf das Flugprogramm unter dem Motto "Propeller trifft Lüfterrad". Erstmals wünscht sich die Organisatoren, dass die Oldtimerbesitzer
in zeitgenössischen Kleidung  erscheinen, die zum Baujahr ihrer Sportwagen passt.

 Das Flugprogramm umfaßt unter anderem die Royal Jordanian Falcons, die offizielle Kunstflug-Staffel der jordanischen Luftwaffe, das Cap-Ten-Team, alte Jagdmaschinen und eine Ju-52, in der Rundflüge gebucht werden können. Am Samstagabend gibt es Segelkunstflug mit Pyrotechnik in der Dämmerung und eine Pilot's Party mit Musik für alle Besucher.

Kunstflug-Profis brennen Feuerwerk über der Alb ab

Beim großen Flugtag des Luftsportvereins Degerfeld am Samstag und Sonntag, 26. und 27. August, geht es vom Programm her diesmal richtig rund. Mehrere Knaller sind zu sehen. Das Anmeldeportal für Teilnehmer des großen Oldtimer-Treffens ist geöffnet.

Eine Reihe von fliegenden Legenden ist dabei in der Luft zu sehen, darunter eine P-51D, eine SuperSix, eine T-28, eine Yak-3 und eine Ju 52 aus Dübendorf. Formationskunstflug bieten das französische Cap-Ten-Team und die Royal Jordanian Falcons mit vier Extra 300, die offizielle Kunstflugstaffel der jordanischen Luftstreitkräfte. Weiterer Top-Act ist das Skydance-Airshow-Team, die in der Dämmerung ein Programm mit Pyro- und Lichttechnik fliegen. Weltmeisterschaftserfahrenen Piloten aus der Profi-Klasse im Segelkunstflug bieten eine seltene Form des Kunstflugs.

Dazu gibt es Segelkunstflug und an beiden Tagen ein Oldtimertreffen für Autos und Motorräder. Mehr als 500 „Klassiker der Straße“ werden dazu erwartet. Das Flugplatzfest des LSV geht in die 55. Auflage. Beginn ist am Samstag um 13 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr. Am Samstagabend gibt es „Pilots Party“, auch für „Fußgänger“. Der Eintritt kostet 10 Euro und gilt für beide Tage.

Rundflüge mit der Ju 52 können über die Internetseite des Vereins gebucht werden. Anmeldung für das Oldtimertreffen mit Ausfahrten über die Schwäbische Alb ist ebenfalls über die Homepage möglich. Teilnehmen können Autos und Motorräder bis zu einem Baujahr 1986 oder älter. Der Verein behält vor, Fahrzeuge in schlechtem Zustand nicht zur Ausstellung einfahren zu lassen. Die Zahl der Ausstellungsplätze ist begrenzt. Am Samstag werden die Oldtimer ab 13:30 Uhr und am Sonntag ab 12:00 Uhr im vorderen Teil des Flugplatzes innerhalb der Absperrung zur Besichtigung aufgestellt.

Peter Fischer erlebt den ersten Alleinflug gleich zweimal

 Der erste Alleinflug, plötzlich ganz auf sich selbst gestellt, ist für jeden Segelflieger ein unvergessliches Erlebnis. Peter Fischer aus Bisingen hat es schon zweimal erlebt – mit exakt 40 Jahren Abstand. Das ist auch für seine Ausbilder des Luftsportvereins (LSV) Degerfeld keine alltägliche Geschichte.

 „War gut“, fasst Fischer (56) seine Stimmung nach dem zweiten ersten Alleinflug zusammen. „Anders, aber sicher auch unvergesslich.“ An seinen ersten Alleinflug 1977 kann er sich noch gut erinnern. Damals, als junger Kerl, sei er unbekümmerter gewesen. „Da hat man den Deckel zugemacht und ist einfach drauflos geflogen“, so der Bisinger. Jetzt, mit mehr Lebenserfahrung, ging er verantwortungsbewusster in diesen wichtige Etappe auf dem Weg zum Segelflugschein. „Man überlegt mehr“, sagt er. Die Checkliste sei er diesmal mehrfach und ganz genau durchgegangen. Die Ausbildungsstandards seien heute aber auch viel höher als vor vier Jahrzehnten. Sieben, acht Monate lang hatte er auf diesen Augenblick hingearbeitet.

 Warum hat er die Ausbildung 1977 abgebrochen? Er habe damals viel Sport getrieben, spielte Volleyball in der Landesliga, habe dazu zeitweise auch noch eine Damenmannschaft trainiert. Fünf bis sechs Abende in der Woche sei er in einer Halle gestanden, dazu an jedem Wochenende. Das verträgt sich nicht mit der Fliegerei. Später kam das Architekturstudium dazu. „Und das ganz normale Leben halt“, sagt Fischer und lacht. Wobei: Ganz weg von der Fliegerei war er nicht, er betrieb 26 Jahre lang Modellflug.

Vom Fliegervirus „infiziert“, wie er es nennt, war er nach eigener Einschätzung schon immer. Sein Vater war Paul Fischer, Jagdpilot im Zweiten Weltkrieg und nach Kriegsende einer der Mitbegründer der Segelfliegerei auf dem Degerfeld. Wer einen Fluglehrer als Vater hat, kommt fast zwangsläufig mit der Materie in Kontakt. Der „Fischer-Paule“ gehört heute zu den Legenden des LSV. Mit sechs Jahren nahm ihn sein Vater erstmals mit in einem Flugzeug. „Mit vielen Kissen unter dem Hintern, damit ich überhaupt rausschauen konnte“, so Peter Fischer. Als Jugendlicher begann er dann ebenfalls die Ausbildung. Jetzt der Neustart. „Ich habe lange überlegt. Voriges Jahr habe ich mir dann gesagt, jetzt mache ich das wieder“, erzählt der Bisinger. Nach einem Passagierflug war es dann soweit. Der Eintritt in den LSV folgte auf dem Fuß.

Mit seinen 56 Jahren gehört Peter Fischer wieder offiziell zur Jugendabteilung des Vereins. Dort sind die Flugschüler organisiert. Fast 30 Schüler werden im LSV derzeit ausgebildet, von 20 ehrenamtlichen Lehrern. Die jüngsten sind 14 Jahre alt, der aktuell älteste Schüler ist 64. Fortgeschrittenes Alter schützt eben vor Träumen nicht. Die breite Masse sind schon Jugendliche, teilt der Verein mit. Fischer fühlt sich wohl in ihrem Kreis: „Das klappt wunderbar und ist eine tolle Erfahrung. Die sind ja aber auch alle absolut ok.“ Man sei trotz des Altersunterschieds „einer von ihnen“. Fliegerisch seien die meisten weiter als er, dafür werde er für seine Lebenserfahrung respektiert. Fischer bereut nicht, sich auf diese „unbekannte Situation“ eingelassen zu haben. Im Gegenteil: „Es ist vom Lebensgefühl ein bisschen so, als würde man plötzlich selbst wieder ins Gymnasium gehen.“

Passt ins Bild. Büffeln muss man als Flugschüler auch, die Ausbildung erfolgt in Theorie und Praxis. Das sei für ihn, so vielen Jahren nach dem Studium, auch wieder eine Herausforderung gewesen, aber eine positive: „Man macht plötzlich was ganz anderes, was völlig neues. Erwachsenenbildung, sozusagen.“ Die Theorieprüfung hat er bereits in der Tasche. Macht er seinen Schein diesmal fertig? „Klar“, sagt Peter Fischer. Wenn's weiterhin so gut läuft und das Wetter mitspielt, will er im Herbst die praktische Prüfung ablegen.

 

Royal Jordanian Falcons kommen zum Fest auf das Degerfeld

König schickt seine Kunstflug-Staffel auf die Alb

 

„Royal Jordanian Falcons“ kommen zum Fest auf das Degerfeld

 

 Echter Knaller: Die „Royal Jordanian Falcons“, offizielle Kunstflug-Staffel der jordanischen Luftstreitkräfte, kommen Ende August zum Flugplatzfest auf das Degerfeld. Es ist einer der seltenen Auftritte in Deutschland überhaupt.

 

Die offizielle Zusage für das Gastspiel auf der Schwäbischen Alb erhielt Guido Voss, Vorsitzender des Luftsportvereins (LSV) Degerfeld, dieser Tage. „Das ist echtes Highlight und eine große Ehre für uns. Wir freuen uns sehr“, so Voss. Das Team für Formationskunstflug tritt jedes Jahr auf rund zehn Airshows oder Flugtagen in Europa auf, weitere folgen im arabischen Raum sowie bei Festlichkeiten und wichtigen Veranstaltungen in Jordanien.

 

Die Europatour beginnt Anfang Juni und geht meist bis Ende September. Die Flugzeuge werden zum Start der Europa-Tour mit zwei Transportflugzeugen der jordanischen Luftwaffe nach Europa gebracht. Der Auftritt am Samstag und Sonntag, 26. und 27. August, auf dem Degerfeld ist einer von zwei in Süddeutschland in diesem Jahr.

 

Die Staffel wurde 1976 auf Geheiß von Majestät König Hussein Bin Talal gegründet. Er war selbst begeisterter Pilot. Seine Intention war es, Werbung für Jordanien sowie für Frieden und Freundschaft durch die Kunst des Fliegens in die Welt zu tragen. Seither fliegen die „Falcons“ weltweit auf Airshows. Sie verstehen sich als „fliegende Botschafter“ ihres Landes und sollen einen Beitrage zur Völkerverständigung leisten, so das Tourmanagement.

 

Seit 1992 fliegen die „Falcons“ Maschinen „Made in Germany“, aktuell fünf Extra 300 L. Sie gehören weltweit zu den besten Kunstflug-Flugzeugen. Das Hauptquartier des Teams wurde vor einigen Jahren auf den King Hussein International Airport in Aqaba (am Roten Meer) verlegt, um den dortigen Tourismus zu fördern.

 

Das Team besteht aktuell aus zehn Mitgliedern. Zur Mannschaft gehören neben den Piloten auch Ingenieure für die Wartung der Flugzeuge. Die „Falcons“ verlangen keine Gage, der Verein kommt jedoch für die Kosten wie Sprit, Unterkunft und Verpflegung auf. Sehr wichtig sei dem Team, nicht nur als Kunstflug-Profis, sondern auch als Botschafter des Landes Jordanien verstanden zu werden.

 

Weitere Informationen:

www.rjfalcons.com

www.lsv-degerfeld.de